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ikeo e.V. – Resultat einer Überlegung

ikeo e.V. – Resultat einer Überlegung
Bernhard Heye, Berlin

Wenn man in Fischerhude wohnt, wird man zwangsläufig mit der Differenz zwischen bäuerlich-traditioneller Lebensweise und technischem Fortschritt konfrontiert. Die Erkenntnis reift, dass nur in einem behutsamen Zusammenspiel dieser beiden Elemente der Charakter und die Schönheit dieses Dorfes langfristig bestehen bleiben können. Dies gilt sowohl für bauliche Gestaltungen als auch für die Energieversorgung: Auf der einen Seite soll der idyllischen Charakter einer gewachsenen Dorfstruktur erhalten bleiben, andererseits soll gerade aus dieser, die Phantasie und das ästhetische Empfinden anregenden Umgebung Neues hervorgebracht werden. ´ Neues´ in dem Sinn, dass es sich nicht zerstörend auf den Altbestand auswirkt. Dies ist in Zeiten, in denen auch ein bäuerlich anmutendes Dorf längst nicht mehr seinen Energiebedarf aus Pferdekraft und Feuerholz deckt eine besondere Herausforderung.
Die Frage ist:
Wie schafft man es, modernen Energie-, Wohn-, Kommunikations- und Mobilitätsansprüchen in einer Weise gerecht zu werden, in der die ländliche Lebensqualität und altdörfliche Schönheit nicht nur als musealer Erinnerungswert erhalten bleibt, sondern sogar dem Neuen förderlich zur Seite steht?
Denkt man sich in diese Frage hinein, wird schnell klar, dass aus den ursprünglich lokalen Überlegungen ortsübergreifende entstehen und man in größerem Rahmen denken muss, da heutige Energie-, Wohn-, Kommunikations- und Mobilitätsansprüche nicht vor den Toren eines Dorfes enden und es zu einer unproduktiven und lebensfremden Abschottung führen würde, wollte man die Lösungsansätze lediglich auf ein Dorf beschränken.
Wir leben in einer auf vielfältige Art vernetzten Welt – auch im Dorf. Diese moderne Netzstruktur ermöglicht es, Ziele auf unterschiedlichsten Wegen zu erreichen. Dass diese Wege aber nicht zu Umwegen werden, die letztlich unserem Interesse an Lebensqualität zuwider laufen, dafür braucht es ortskundiges Engagement!
Hier kommt ikeo e.V. ins Spiel, eine Initiative für klimafreundliche Energieversorgung für die Gemeinde Ottersberg. Diese Initiative, deren Gründungsmitglied ich bin, wird von der Idee getragen, dass sämtliche Fragen zur modernen Lebensqualität, sowie die Gestaltung der Lebensumgebung weitestreichend vom Energiebedarf geprägt sind. Energie bzw. deren verantwortungsvolle Gewinnung und Bereitstellung muss so beschaffen sein, dass sie nicht mit einem vorsätzlichen Raubbau am Energiebedarf und der Lebensqualität zukünftiger Generationen erkauft wird.
Hierbei ist die Historizität unseres Dorfes und dessen Infrastruktur durchaus hilfreich, zeigen doch die alten Fachwerkbauernhöfe, die Wassermühle, die gepflasterten Wege und die weitgehend intakte Natur, wie man Jahrhunderte lang seine Umgebung gestaltete, um die gegebenen Energievorkommnisse optimal zu verwenden und damit auszukommen.
Sollte es uns mit heutigen technischen Möglichkeiten und einem intelligenten Netzdenken denn nicht gelingen, ebenfalls eine klimafreundliche möglichst weitgehend autarke Energieversorgung zu erreichen? Machen wir uns nicht selbst etwas vor, wenn wir unsere Energieansprüche auf extrem risikobehaftete Atommeiler sowie Öl- und Gaspipelines auslagern? Es ist ein Spiel auf Zeit, und diese Zeit müssen wir nutzen, um sowohl global als auch lokal einer drohenden Energie- und Klimafalle zu entkommen.

Aus diesen Überlegungen heraus entspringt ikeo e.V. als ein notwendiges Instrument, ein kleiner Baustein auf dem Weg zu einer gedanklichen und praktischen Netzstruktur, die einen Bewusstseinswandel befördert, der uns unser Leben auch zukünftig selbst gestalten lässt.
ikeo e.V. ist somit eine Initiative der Zukunft, die jetzt beginnt.